Bei KTM wird man sich wohl noch lange an den dritten Lauf der Saison 2020 erinnern. KTM war 2017 mit der damals neu entwickelten KTM RC16 in die MotoGP™ eingestiegen. Seitdem konnten sich die Fahrer des Werksteams einige Male für Startplätze in der ersten Reihe qualifizieren und einen Podestplatz herausfahren. Gestern jedoch krönte der Rookie Binder die Anstrengungen des Teams mit seinem sensationellen Sieg am Automotodrom Brno.

Binder fuhr ein berechnetes Rennen und arbeitete sich von Startplatz sieben aus nach vorn, um neun Runden vor Schluss des 21-Runden-Rennens die Führung zu übernehmen. Der Red Bull KTM Factory Racing-Fahrer legte dann sogar noch zu und fuhr einen komfortablen Vorsprung vor seinen Konkurrenten heraus, um sein Bike zu seinem, KTMs und Südafrikas erstem Rennsieg in der MotoGP™ – der Königsklasse des Motorrad-Rennsports – zu führen. Binder wurde damit gleichzeitig zum ersten Rookie-Rennsieger seit 2013. Teamkollege Pol Espargaró, der seit KTMs Einstieg in die MotoGP eine tragende Rolle gespielt und dem Hersteller 2018 seinen ersten Podestplatz beschert hatte, wurde nach dem Zusammenstoß mit einem anderen Fahrer gestern um seine Rolle im Kampf um den Sieg beraubt. Miguel Oliveira von Red Bull KTM Tech3 feierte mit einem sechsten Platz sein bisher bestes Ergebnis.

Bis jetzt gestaltet sich KTMs vierte Saison in der MotoGP so aufregend wie nie zuvor – schließlich fand man die KTM RC16 in den ersten drei Rennen immer in der Spitzengruppe. Das Test-Team mit Mika Kallio, der seit Beginn des Projekts mit dabei ist, und MotoGP-Legende Dani Pedrosa hat die Entwicklung der KTM RC16 gemeinsam mit dem Rennteam und den Technikern im KTM-Werk in Munderfing und Mattighofen maßgeblich vorangetrieben. Zusätzlich dazu unterstreicht dieser Höhepunkt KTMs Bekenntnis zum Aufbau junger Fahrer wie Binder, der auf seiner orangefarbenen Maschine selbst seinen Weg vom Red Bull MotoGP™ Rookies Cup über die Moto3™ und die Moto2™ in die MotoGP™ gemacht hat.

Brad Binder: „Ganz ehrlich, mir fehlen die Worte. Seit ich ein kleiner Junge war, träume ich von diesem Moment. Und heute wurde er wahr. Es ist umwerfend, meinen ersten GP [in der MotoGP™] zu gewinnen. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich unterstützt haben und natürlich dem Team danken – dafür, dass es mir heute ein unfassbar schnelles Bike zur Verfügung gestellt hat! Ich wusste nicht, ob ich gewinnen kann, aber ich wollte es wenigstens versuchen. Es waren die verrücktesten zehn Runden meines Lebens . Es war unglaublich. Einfach unglaublich.“

Miguel Oliveira: „Ich bin mit dem Ausgang des Wochenendes zufrieden. Wir fuhren ein gutes Rennen und haben das ganze Wochenende gute Arbeit geleistet. Unser Startplatz hat uns ein besseres Ergebnis gekostet, aber damit müssen wir leben und beim nächsten Mal in ein paar Tagen noch besser werden.“

Pol Espargaró: „Es war unfair, aber so ist halt der Rennsport und damit müssen wir fertigwerden. Ich lag hinter Brad, beobachtete die anderen und spielte mit den Motormappings herum, um am Ende angreifen zu können. Ich hatte das Gefühl, am Ende Rundenzeiten um 1:58 fahren zu können und wollte entspannt fahren, als der Zusammenstoß passierte. Ich konnte mein Potential nicht zeigen und das erste Rennen für KTM gewinnen, freue mich aber für Brad. Er ist ein toller Typ und arbeitet hart. Wir hatten heute eine echte Chance und hoffen darauf, sehr bald eine weitere zu bekommen.“

Mike Leitner, Red Bull KTM Race Manager: „Heute war ein fantastischer Tag. Wir hatten das ganze Wochenende über das Gefühl auf dieser Strecke schnell sein zu können. Unsere Fahrer fuhren gute Rundenzeiten und wir hatten große Erwartungen für das Rennen. Brad und Pol hatten beide eine ausgezeichnete Renn-Pace und obwohl wir extrem glücklich sind, hätten wir aus diesem GP noch mehr herausholen können! Mit seinem sechsten Platz hat auch Miguel großartige Arbeit geleistet, wir könnten also nicht glücklicher sein. Wir starteten dieses Projekt im Jahr 2017 mit einem kleinen Team und haben bei KTM die gesamte Infrastruktur aufgebaut. Die Leute in unserem Unternehmen haben die richtige Mentalität und wussten, dass wir eine monumentale Aufgabe vor uns hatten: Wir hatten nicht die gleiche Erfahrung im Rundstrecken-Sport wie die anderen Hersteller. In den letzten drei Jahren hatten wir viele Hochs und Tiefs, haben heute aber endlich die Ernte eingefahren. Bereits in Jerez – und besonders hier – hat man gesehen, dass wir der Spitze viel näher sind. Mit unserer unterschiedlichen technischen Philosophie (mit einem Stahlrahmen und unserer WP-Federung) haben wir auf dieser langen, technischen Strecke von Brünn gezeigt wozu wir fähig sind und mit dem Sieg all jene belohnt, die an diesem Projekt beteiligt waren. Ich freue mich besonders, dass wir dem Vorstand von KTM zeigen konnten, dass sich ihre Investitionen und ihre Unterstützung sowie das volle Vertrauen unseres Sponsoren ausgezahlt haben. Nun wenden wir uns unserem Heim-GP zu und werden vom ersten freien Training an voll angreifen.“

Pit Beirer, KTM Motorsports Director: „Das ist ein unglaublicher Tag für KTM. Ein historischer Augenblick für unser Unternehmen und das ganze Team, aber besonders natürlich für Brad Binder, der seit Jahren an uns und unser Projekt geglaubt hat. Heute wurden wir für unsere harte Arbeit belohnt. Wir wussten, dass wir dieses Jahr ein besseres Bike haben. Und dieser Sieg kommt nicht von ungefähr, sondern ist ein Resultat dessen was wir in den letzten Jahren gelernt haben. Wir haben mit Dani Pedrosa, Mika Kallio und dem Test-Team über ein Jahr lang hart gearbeitet um dieses Bike auf die Beine zu stellen. Schlussendlich braucht man aber einen großartigen Fahrer um den obersten Platz am Podest zu erreichen. Und Brad hat uns heute gezeigt, dass seine Siege in der Moto3 und der Moto2 keine Zufälle waren. Das Gefühl ist einfach überwältigend und nun werden wir auf diesem Ergebnis aufbauen. Trotzdem will ich mich auch bei Pol Espargaró bedanken, denn auch er (und seine Mannschaft) haben alles Mögliche geleistet um dieses Projekt an die Spitze zu bringen. Unser heutiger Sieg ist das Ergebnis der Anstrengungen eines fantastischen Teams; zu Hause in Munderfing und Mattighofen, durch das Test-Team und die Mannschaft an der Strecke.“

Stefan Pierer, CEO KTM AG: „Es ist schwierig, die starken Emotionen zu beschreiben, die uns an diesem speziellen und für KTM historischen Tag erfüllen. Zuallererst möchte ich Brad gratulieren – nicht nur zu einer herausragenden Fahrt, sondern auch dafür, dass er all die Jahre KTM gegenüber loyal war und an uns geglaubt hat. Wir werden diesen Moment sicher gemeinsam genießen. Außerdem will ich Pol dafür danken, dass er uns mit seiner harten Arbeit dabei geholfen hat, diesen Sieg zu erringen; seine Anstrengungen waren für das gesamte Projekt maßgeblich und haben es erst möglich gemacht, unsere Bikes an die Spitze zu bringen. Seit wir dieses Programm ins Leben gerufen haben, gehen wir jede Renndisziplin mit demselben Ehrgeiz an – wir wussten, dass es in dieser Klasse besonders schwierig werden würde, unsere Ziele zu erreichen. Aber nichts ist unmöglich. Wir haben uns der Spitze Schritt für Schritt angenähert, uns einigen Erwartungen widersetzt und weiter an das geglaubt, was wir erreichen könnten. Im vierten Jahr in der MotoGP ein Rennen zu gewinnen zeigt die Arbeitsmoral und das Know-how unserer KTM-Motorsportabteilung und der Techniker in der Forschung und Entwicklung. Ich möchte mich ganz besonders bei Pit Beirer und Mike Leitner für ihre Führungsarbeit und ihre unermüdlichen Anstrengungen, dieses Projekt zu einem Erfolg zu machen, bedanken. Unsere Vision ist es, unseren Fahrern einen ununterbrochenen Weg zur Spitze zu ebnen und Brad ist das beste Beispiel für den Erfolg dieses Konzepts. Mit seinen Siegen auf KTM im Red Bull MotoGP Rookies Cup, in der Moto3 und der Moto2. Wir freuen uns nun auf unsere ‚Heim‘-Rennen auf dem Red Bull Ring, wo wir diesen gewaltigen Meilenstein in der Geschichte von KTM gebührend feiern können.“

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